Sommerfest in Krummsee

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Chronik

Entstehung und Entwicklung

Die Geburtsstunde Krummensees (seit 01. Juli 1952 amtlich Krummsee)

Zwischen zwei Seen und zwei beherrschenden Höhen, von stolzen weit bekannten Häusern eingebettet, liegt das Bauerndörfchen Krummsee. In Urkunden taucht es im Jahre 1413 als "Crummensee oder Crummenzee" auf. Der Lübecker Bischof plante eine von langer Hand vorbereitete Erwerbung des Hofes Kikenbeke zwischen Uklei- und Lebebensee sowie der Dörfer Krummsee, Sielbeck und Kiekebusch. Bischof Nikolaus Sachow betrachtete sie als geschlossenes Ganzes. Woldemar Breyde, genannt "Korfsemel", der für alle Besitzungen als Lehnsmann des Bischofs galt, verkaufte 1428 an Bischof Johann Schele den Teil des Kellersees samt Ufer von der Mündung des Schönborn, wo Fissauer und Kiekbuscher Feld grenzten, bis an den Quell unter dem Schar, wo Malkwitzer und Krummseer Feld zusammenstießen, d. h. bis zur heutigen "Holsteinischen Schweiz".

aus dem Urkundenbuch der Stadt Lübeck, VII, Lübeck 1885

Für die folgenden Jahrhunderte liegen nur wenige Informationen über unser Dörfchen vor.

Um 1635 gab es in Krummsee 2 Hufner [Ein Hufner ist ein Bauer, der als Grundbesitz eine, mehrere oder Teil einer Hufe Land bewirtschaftet. Eine Hufe ist ein altes deutsches Flächenmaß, das in unterschiedlichen Gegenden unterschiedliche Größe aufweist (meist zwischen 30 bis 80 Morgen ; also 7,5 bis 20 ha)].1542 wurde für das ganze Reich eine Türkensteuer ausgeschrieben, um die Mittel für die Besiegung des Feindes (Türken) zu gewinnen. Die noch vorhandenen Steuerverzeichnisse geben uns ein anschauliches Bild über die dörfliche Besitzverteilung und von den Namen der damaligen Hufner. Nach der Einschätzung von 1549 hatten in Krummsee Hinrich Quistorpp 300 und Detleff Braske 160 Gulden zu versteuern. Mit einem Vermögen von 300 Gulden war Quistorpp der reichste Mann der (alten) Gemeinde Malente.

Am 1. Oktober 1889 wurde das Krummseer Schulhaus eingeweiht. In hochherzlicher Weise schenkte Hufner Joachim Braasch der Gemeinde das Schulgrundstück, um das sich bald ein neuer Ortsteil "Neu-Krummsee" gruppierte. Eine zweite Schulklasse musste eingerichtet werden, als nach dem Zusammenbruch 1945 der gewaltige Flüchtlingszustrom einsetzte.

Mangels genauer Statistiken in der 2. Hälfte des 19. Jhd. kann die Einwohnerzahl Krummsees nur für zeitliche Abschnitte zwischen 1841 und 1900 angegeben werden, sie schwankt zwischen 57 und 81.

Besondere Ereignisse

Für Krummsee erlangten zwei Ereignisse ganz verschiedener Art eine größere Bedeutung: Der Bau der Eisenbahn Malente-Lütjenburg und die Entdeckung des Urnenfriedhofs Pötterberg auf der Krummsee Feldmark.

Der Bahnbau, für den anfangs eine ganz andere Linienführung vorgesehen war, wurde auf Betreiben von Joh. Janus, Eutin, zu seinem Hotel "Holsteinische Schweiz" geleitet, wofür er die Hälfte der Grunderwerbskosten, soweit sie für das Fürstentum Lübeck (9 km) in Betracht kamen, übernahm, während die Stadt Eutin die andere Hälfte trug. Diese Summe war anfangs auf etwa 25.000 M geschätzt worden, in Wirklichkeit machten sie 50.000 M bis 60.000 M aus (In dieser Beziehung hat sich bis heute nichts geändert, Anm. d. Red.). Mit der Arbeit wurde im Januar 1890 begonnen und schon an Pfingsten (25. Mai) desselben Jahres konnte die Teilstrecke bis zur Station "Holsteinische Schweiz" eröffnet werden. Die ganze Eisenbahnstrecke war am 01. Oktober 1892 vollendet. Das kleine Dorf am Krummsee hatte seinen Anschluss an das große Eisenbahnnetz erhalten, wenn auch die Station nicht den Namen Krummsee erhielt. (Bahnhof Bruhnskoppel war ein eigener Haltepunkt)

Gleis1 besaß eine Bahnsteigüberdachung, die 1896 wieder abgebaut wurde, um sie am Plöner Prinzenbahnhof (richtig: Plön-Parkstation) wieder aufzubauen. Seit 1910 steht diese Überdachung am Plöner Bahnhof. Der regelmäßige Personen- und Güterverkehr auf der Strecke Malente-Gremsmühlen-Lütjenburg und damit auch am Bahnhof Holsteinische Schweiz wurde im Jahre 2000 eingestellt.

Bei der Abtragung einer Kuppe auf dem Weg von Krummsee nach Schwonau im Jahre 1866 entdeckte man den eisenzeitlichen Urnenfriedhof Pötterberg ("Pötterbarg"), der in den folgenden Jahrzehnten den Namen Krummsee in den Kreisen der Vorgeschichtsforscher weithin bekannt machen sollte. Leider wurde die Ausgrabung niemals wissenschaftlich und mit Sorgfalt betrieben. So kommt es, dass die überaus reichen Funde aus der Zeit der Völkerwanderung, die zum Teil dem Eutiner Heimatmuseum überwiesen wurden, zum Teil im "Museum Vorgeschichtlicher Altertümer" in Kiel (jetzt Schleswig) aufbewahrt werden, bis heute nicht die ihnen gebührende wissenschaftliche Auswertung gefunden haben.

Um die Jahrhundertwende buddelten eines Tages die kaiserlichen Prinzen, als Kadetten von Plön aus, unter der Führung von Pastor Lamp auf dem Pötterberg, wo sie aber nichts fanden.

Die Zahl der beim Kiesabfahren zerstörten Urnen lässt sich nicht schätzen, gering ist die Zahl der geborgenen. Meistens beinhalteten die Aschenkrüge reiche Beigaben: Schwerter, Schildbuckel, Lanzenspitzen, Messer, Sporen, Pfriemen, Kämme, Scheren - alles aus Eisen; dazu bronzene Fibeln und lange Nadeln, bunte Glasperlen aus dem Morgenland und eine römische Münze mit dem Bildnis des Kaisers Domitian (81-96 n. Chr.).

Bei einem Besuch im Juli 1876 schrieb Klaus Groth, dem
von seinen Reisen in die Schweiz die Gebirgswelt der Alpen
und aus der Umgebung des Vierwaldstätter Sees der Rigi-Kulm
(1800 Meter) bekannt war, folgendes Gedicht in das Gästebuch:

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