Hängebargshorst

Hängebarghorst

6 Information des Verwaltungsleiters Hr. Fechner der Mühlenbergklinik in Bad Malente vom 30.03.2007 (Fe/ke)

Geschichtlicher Vermerk

Das ehemalige Sanatorium „Holsteinische Schweiz“, das seinen Sitz bei der ehemaligen Finanzschule bis zum Haus Tonika, Rövkampallee 30 hatte, wurde nach dem Krieg als Lazarett betrieben. In den 50er Jahren plante die damalige Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein an mehreren Standorten in Malente Häuser für die damalig grassierende Seuche Lungen-Tuberkulose. Auch das Haus in Krummsee war ursprünglich als Kranken-haus für Lungen-Tuberkulose geplant. Am Standort Krummsee sowie am

Standort Malente wurden jeweils Krankenhäuser gebaut, wobei das Haus in Krummsee für Lungen-Tbc und das Haus in Malente für Knochen-Tbc ge-dacht war. Da das Grundstück am Kellersee an das Bundesvermögensamt damals schon zurückgegeben werden musste, entschied man sich, die Liegenschaft „Am Hängebargshorst“ (Name der Gemarkung) zu kaufen. Auf dem damals bewaldeten Grundstück wurde dann das Sanatorium Hängebargshorst gebaut. Bauzeit war von 1957 bis 1961. Im Jahre 1961 wurde das Haus eröffnet und eingeweiht. Es hatte seinerzeit 130 Betten.

Die Zweitliegenschaft am Kellersee, Rövkampallee 24 - 30, verblieb als Unterkunftsgebäude und Schwesternwohnheim mit einem Verwaltungsleiter-Diensthaus. Die Unterkunftsgebäude wurden im Jahre 1965 fertiggestellt. Bei Fertigstellung des Krankenhauses war die Volksseuche Lungen-Tbc bereits so eingedämmt, dass die Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein für dieses Haus neue Indikationsbereiche festlegte. Somit wurde das Haus ein Krankenhaus für Innere Medizin und wurde für die damals beginnende Rehabilitation genutzt. Diese Nutzung verblieb so bis zum Jahr 1988. Zu diesem Zeitpunkt entschloss man sich, als weitere Indikation den Fachbereich Orthopädie hinzuzunehmen, der nach Weggang des damaligen Chefarztes, Herrn Dr. Steinicke (Internist), im Jahre 1991 an den neuen Ärztlichen Direktor, Herrn Dr. Peschel (Orthopäde), überging.

1985, in der ersten Modernisierungsphase, wurde das Haus um eine physikalische Therapie und einige Bewegungsbäder erweitert. Es hatte fort-an 155 Betten. In einer weiteren Erweiterungsstufe in den Jahren 1995 bis 1998 wurde ein erheblich vergrößerter Therapiebereich hinzugefügt, um den Anforderungen einer zeitgerechten orthopädischen Rehabilitation gerecht zu werden. Gleichzeitig wurde die Bettenzahl auf 173 angehoben.

Mit Fertigstellung des erweiterten Hauses hatte sich im Jahre 1996 ein Strukturwandel in der Rehabilitation ergeben. Das Gesetz zur Förderung der Wirtschaft und des Wachstums, das im Jahre 1996 von der Regierung er-lassen wurde, beschränkte die Reha im gesamten Bundesgebiet erheblich. Der in allen Bundesländern vorhandene Bettenüberschuss musste dezimiert werden. Daher entschloss sich die Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein, die beiden Krankenhäuser Mühlenberg und Hängebargshorst zu-sammenzuschließen. Durch den Zusammenschluss entstand im Jahre 2000 das Klinikum Holsteinische Schweiz.

Da das zusammengeschlossene Klinikum an 2 Standorten unwirtschaftlich arbeitete, beschloss man, einen gemeinsamen Standort für die Indikations-bereiche Orthopädie, Innere Medizin sowie Kardiologie und Angiologie (Fachgebiete der ehemaligen Mühlenberg-Klinik) zu finden. Nach Struktur-prüfungen und Gutachten fand man heraus, dass der Standort in der Frahmsallee 1-7 in Bad Malente-Gremsmühlen der geeignetere war. Beide Krankenhäuser wären nicht erweiterungsfähig gewesen.

Somit wurde der Beschluss gefasst, auf dem Standort in Bad Malente-Gremsmühlen eine neue Rehabilitationsklinik zu bauen, die im Jahre 2006 eröffnet wurde. Leider musste damit zum 01.05.2006 das Klinikum Holsteinische Schweiz in Krummsee geschlossen werden. Z. Zt. steht die Klinik leer und soll verkauft werden.

Bad Malente, den 30.03.2007

Das Sanatorium vor 50 Jahren - voller Erwartung!

Das Gebäude heute leerstehend

Die alte Schule

Neben dem Konplex Hängebargshorst sehen Sie die alte Schule.

Die Schule zu Krummsee wurde im Jahre1889 erbaut. Das nötige Land zum Neubau eines Schulhauses wurde von dem Hufner Joachim Braasch der Dorfschaft geschenkt. Am 1. Oktober 1889 wurde das neue Gebäude feier-lich eingeweiht und als erster Lehrer Herr Jepp in sein Amt eingesetzt. Die einklassige Dorfschule war für die Kinder aus Sielbeck und Krummsee, so mussten diese nicht mehr die weiten Wege nach Malente, Benz und Klein-Nüchel gehen. Zum 1. Oktober 1906 wurde Herr Jepp als Organist und Lehrer nach Neukirchen versetzt und an seine Stelle Herr Sick aus Fissau zum 16. Oktober 1906 benannt.

Es wurden zu dieser Zeit noch 34 Schüler unterrichtet. Herr Sick war bis zum 1. Mai 1913 an der Schule tätig. Sein Nachfolger wurde Herr Knaack, der bis 1937 hier im Ort tätig war. Vom Oktober 1914 bis zum 25. April 1916 war er als Soldat im 1. Weltkrieg. In dieser Zeit waren der Nebenlehrer Kramer aus Malkwitz und der Haupt-lehrer Bähnk aus Sieversdorf für ihn ein-gesetzt.

Im Frühling 1920 wurde die Gegend von einem entwichenen Einbrecher aus Sasel beunruhigt. Aus dem Schulhaus ent-wendete er bei einem Einbruch Zigarren und 30 Mark.

Über die Schülerzahlen in den Folgejahren ist nichts bekannt. Nach der Pensionierung von Herrn Knaack wurde die Schule zunächst bis 1938 von dem Schulamtsbewerber Herrn Appel verwaltet. Dann erfolgte die endgültige Besetzung durch den Lehrer Werner Ponath aus Fissau. Bei Beginn des Krieges wurde Herr Ponath sofort einberufen und schon am 9. September 1939 fiel er in Polen. Bis zum 16. Juli 1940 gab es ständige Wechsel der Lehrer. Ab dann folgte Herr Wilhelm Prange, der bis zum 31. März 1941 die Schule leitete.

Infolge der schweren Angriffe auf Hamburg erfolgte von dort ein be-deutender Zuzug evakuierter Kinder. Der Unterricht musste nun vormittags und nachmittags durchgeführt werden. Mit Ende des Krieges am 08. Mai 1945 konnte der Schulunterricht nicht fortgesetzt werden, da die Schule mit Gefangenen belegt war.

Heute dient die alte Schule der Gemeinde Malente als Notunterkunft.

Die alte Schule im Ursprung

Die alte Schule heute